"Technik natürlich...!" in Coburg
Erstmals fand in den Pfingstferien 2008 vom 19.-21. Mai die Ferienaktion "Technik natürlich...!" für Mädchen von 15 bis 19 Jahren statt. Drei Tage lang konnten sie in einem Programm rund um Technik die Ausbildungsmöglichkeiten und den Berufsalltag von Ingenieurinnen kennen lernen.
Insgesamt 15 Mädchen nahmen an der Aktion teil, die neben dem informativen Programm rund um Technik und Beruf auch Abendveranstaltungen und gemeinsame Übernachtungen umfasste.
Am Hochschultag gab es in spannenden Workshops Einblicke in die Ingenieurstudiengänge der Hochschule Coburg:
Der Studiengang Elektrotechnik beteiligte sich mit einem Projekt unter dem Motto "Der heiße Draht". Nach vorheriger Anleitung konnten die Teilnehmerinnen selbst eine kleine Schaltung auf einer Platine löten. Diese erzeugt auf Knopfdruck die Ausgabe einer Zufallswürfelzahl mit Hilfe von Leuchtdioden.
Als zusätzliche Aufgabe sollte dann eine Schaltung ohne Platine gelötet werden: ein astabiler Multivibrator, der mit einer Schwingschaltung abwechselnd zwei Dioden leuchten lässt.
Um "Fotos in 3D" bzw. digitale dreidimensionale Abbilder ging es im Workshop aus dem Studiengang Maschinenbau. Wie können Modelle in den Computer eingelesen und bearbeitet werden? Die Ingenieurin nutzt dazu einen 3D-Scanner und ein CAD-Programm. Anschließend lassen sich aus den bearbeiteten Daten mit Hilfe einer CNC-Fräsmaschine beliebig viele Prototypen erstellen.
Zum Berufsalltag von Ingenieurinnen gehört neben dem Konstruieren auch das Messen und Analysieren. Untersuchungen der Wassergüte konnten die Teilnehmerinnen im Workshop "Wasserwirbel" vornehmen. Am Ketschenbach wurden Wasserproben entnommen und auf Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Temperatur, Nitritgehalt und vieles mehr untersucht.
Auch der Workshop "Was kann...?" aus dem Studiengang Bauingenieurwesen beschäftigte sich mit Untersuchungen und Analysen. Praxisnah ging es dabei um die Leistungsfähigkeit von Baustoffen: Wie schwer sind Holz, Beton und Stahl? Und welche Last können sie jeweils tragen? In Prüfversuchen wurden Gewicht, Dichte und Tragfähigkeit bestimmt und die Fragen beantwortet.
Dass Ingenieurinnen-Wissen auch im Alltag nützlich ist, erfuhren die Teilnehmerinnen im Workshop "Elektrik leicht gemacht". Unter Anleitung konnten sie hier eine Lampe mit Stecker, Schalter und Fassung selbst zusammenbauen. Natürlich gab es auch jede Menge Infos zu Elektrizität, Stromversorgung und den einzelnen Bauteilen.
Wie denken eigentlich Computer? Auf jeden Fall ganz anders als Menschen - das erfuhren die Teilnehmerinnen am Workshop "Mit Bits und Bytes". Hier ging es um Programmier-Algorithmen, die Grundlage jeder Programmiersprache sind. So wurden - ganz ohne PC - einfache Algorithmen zum Sortieren und Zählen, aber auch zur Feststellung von Primzahlen erarbeitet.
Der erste gemeinsame Abend fand beim Bowling statt: gemeinsam Spaß haben, sich kennen lernen und ein bisschen Bewegung.
Am Berufetag öffneten Coburger Unternehmen ihre Türen und zeigten, wie Technik den Alltag gestaltet:
Bei der Firma Ros GmbH & Co KG hieß das Motto "Präzision in Kunststoff". Nach einer Einführung in das Unternehmen und einen kurzen Betriebsrundgang bildeten die Teilnehmerinnen drei verschiedene Teams: Konstruktion, Qualitätssicherung und Projektmanagement.
Jede Gruppe erhielt einen detaillierten Einblick in die Aufgaben und Arbeitsweisen der jeweiligen Abteilung und konnte z.B. Bauteile prüfen, CAD-Daten konstruieren oder ein Lieferangebot kalkulieren - typische Aufgaben von Ingenieurinnen im Alltag.
Bei der Firma Lasco Umformtechnik GmbH hieß es "Neue Formen finden". Die Teilnehmerinnen bearbeiteten kleine Projekte in der Lehrwerkstatt des Unternehmens und löteten z.b. ein elektrisches Teelicht. Außerdem erhielten sie Informationen zu Ausbildungsberufen wie der Mechatronikerin und durften selbst an den Maschinen der Werkstatt arbeiten.
Nach diesen vielen Informationen aus der Praxis und neuen Impulsen für die Berufswahl ging es im Workshop "Test yourself" darum, einen Hinweis für die spätere Berufswahl zu bekommen. In verschiedenen Online-Tests erhielten die Teilnehmerinnen Rückmeldungen zu ihren Talenten und Stärken bzw. darauf aufbauend Vorschläge zu passenden Berufsbildern.
Sein Ende fand dieser interssante und anstrengende Tag nach einem gemeinsamen Abendessen im Kino.
Am Aktivtag schließlich war Bewegung angesagt: aktiv sein und sich dabei einfach wohlfühlen: Die Gruppe machte sich daher auf zum Ropes Course in Neukirchen. Im Workshop "Gemeinsam einfach stärker" ging es um die eigene Stärke, aber auch um die Stärke des Teams, denn: gemeinsam geht das meiste nicht nur einfacher, sondern macht auch mehr Spaß.
Nach einem kurzen Präsentationstraining mit vielen Tipps zu Atmung, Stand, Vorbereitung, etc. gab es schließlich noch die Abschlussveranstaltung der Aktion. Jede Teilnehmerin schilderte vor den geladenen Gästen (Eltern, Freundinnen, Presse) ihre Eindrücke und erzählte, was ihr am besten gefallen hatte.
"MUT - Mädchen und Technik" bedankt sich ganz herzlich:
- bei den Referentinnen und Referenten für die intensive Betreuung
- bei den beteiligten Unternehmen für ihr Engagement und die Unterstützung der Aktion
- bei allen Teilnehmerinnen für die Motivation
- bei den Eltern für ihr Interesse an der Abschlussveranstaltung.
"Technik natürlich...!" wird es auch in den nächsten Pfingstferien wieder geben. Infos dazu gibt es rechtzeitig auf dieser Website.
"MUT - Mädchen und Technik" ist eine oberfrankenweite Initiative der Hochschule Coburg.

























