"Auf die Plätze - Technik - los!" in Coburg
Auch in den Herbstferien 2008 fand an der Hochschule Coburg wieder die Ferienaktion "Auf die Plätze - Technik - los!" statt. Vom 03.-05. November 2008 konnten Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren in verschiedenen Workshops wieder Neues rund um Technik lernen und vor allem jede Menge selbst ausprobieren.
Insgesamt 85 Mädchen nutzten diese Gelegenheit und erlebten drei spannende Tage an der Hochschule Coburg. Hier gibt es ein paar Eindrücke davon:
Im Workshop "Starke Töne" wurden Musikdaten erstellt, bearbeitet und kreativ gestaltet. Wie kann man Musik aus dem Radio aufnehmen? Wie bekommt man dann die lästigen Reinsprecher der ModeratorInnen wieder raus? Und was lässt sich mit Musik noch alles anfangen? In einzelnen Schritten und mit den nötigen Erklärungen waren der Fantasie dann keine Grenzen gesetzt.
Dass man "Gemeinsam einfach stärker" ist, erlebten die Teilnehmerinnen am gleichnamigen Workshop. Auf dem Ropes Course in Neukirchen gab es viele Aufgaben zu bewältigen, die nur gemeinsam wirklich gut zu schaffen waren. Da musste man sich blind aufeinander verlassen und auch mal einen großen Sprung wagen. Und zu merken, wie stark man selbst ist, ist ein gutes Gefühl!
Ein "Roboter auf Abwegen"? Zumindest nicht ganz die übliche Tätigkeit, nämlich das Schreiben, erlernte der Industrieroboter RV16 der Hochschule Coburg in diesem Workshop. Normalerweise üben Studierende daran die Programmierung von Automatisierungsabläufen in der Produktion. Jetzt brachten ihm die Mädchen das Schreiben bei und stellten fest, dass Roboter zwar anders lernen als Menschen, dass es ihnen aber mit deutlich weniger Üben gelingt, richtig zu schreiben.
Was haben Musik und Physik miteinander zu tun? Im Workshop "Der Ton macht die Physik" erfuhren die Mädchen jede Menge über Schall, Akustik und das menschliche Ohr: Wie tief oder hoch kann ein Ton sein, bevor man ihn nicht mehr hören kann? Warum ist das von Mensch und Mensch unterschiedlich? In Versuchen mit Glasflaschen erlebten die Mädchen außerdem die grundlegenden Unterschieden zwischen Blas- und Schlaginstrumenten.
"Alles automatisch" sollte es in diesem Workshop gehen. Dass dazu aber vorab jede Menge Programmieren durch Menschen notwendig ist, bis ein Roboter oder eine ganze Fertigungsanlage arbeiten kann, erfuhren die Teilnehmerinnen hier.
Ein Brüllometer - oder vornehmer ausgedrückt ein "Talklight" - bauten sich die Teilnehmerinnen an diesem zweiteiligen Workshop. Dazu wurde nach einen Schaltplan gelötet und verdrahtet, gebastelt und programmiert. Das fertige Talklight zeigt dann mit farbigen LED's die Lautstärke der Umgebung an.
Kurz vor der langen Computernacht konnten die Teilnehmerinnen an der "Hochschulrallye" an verschiedenen Stationen spielerisch die Hochschule erkunden und kennen lernen, aber auch ihre räumlich-technischen Fähigkeiten testen. Da musste geschätzt und gemessen, eine Brücke gebaut und ein Ei in die Flasche praktiziert sowie ein kleines Quiz beantwortet werden.
Die "Lange Computernacht" begann wie immer mit dem Kurs "Surferinnen aufgepasst". Dabei ging es um das richtige Verhalten im Internet: gute und schlechte Chat-Nicknames, Kriterien für einen guten Chat, Regeln für den Download von Daten und vieles mehr.
Nach einer Pizza zum Abendessen konnten die Teilnehmerinnen dann bis früh um vier surfen und chatten. Geschlafen wurde zwischen den Rechnern auf Isomatten und Luftmatratzen, und morgens gab es noch ein gemeinsames Frühstück in der Cafeteria der Hochschule.
Im "Experimentallabor Küche" ging es am nächsten Morgen richtig zur Sache: verschiedene Lebensmittel wurden genauestens untersucht und analysiert. Proteine und Kohlenhydrate wurden chemisch nachgewiesen, Geschmacksproben bei Gewürzen und Getränken gemacht. Das alles im Labor und natürlich vorschriftsmäßig mit Kittel und Brille.
Im Workshop "Tic Tac Toe" wurde das beliebte Spiel im Computer erstellt. Dazu musste grundlegend der Umgang mit Visual Basic erlernt und in einzelnen Schritten das Spielfeld sowie mögliche Schritte der Spieler programmiert werden.
Bei einem Workshop im Jugendzentrum Domino ließen sich die Teilnehmerinnen zur "DJane" ausbilden. Wie funktioniert eine Musikanlage der Profis? Was ist zu beachten beim Anschalten, im Betrieb und wenn man fertig ist? In einer theoretischen und praktischen Prüfung stellten die Mädchen dann ihr Wissen unter Beweis und dürfen jetzt im Domino auflegen.
Was steckt in so einem Computer alles drin? Und wofür ist es jeweils gut? Die "Profis am PC" erfuhren die Antworten auf diese Fragen und außerdem, woher der Computer eigentlich weiß, wo die abgespeicherten Daten zu finden sind.
"Crazy Robotics" waren ebenfalls am Werk: Mit dem Baukasten "Lego Mindstorms" konstruierten die Teilnehmerinnen zunächst einen fahrtüchtigen Roboter. Dann mussten sie ihm per PC-Programmierung noch beibringen, hell und dunkel zu unterscheiden und so einem weißen Blatt Papier auszuweichen.
Beim Workshops "Alles in Gips" konnten die Teilnehmerinnen nicht nur Gipsfiguren herstellen, sondern auch lernen, wie man die Formen dafür bekommt. Außerdem erfuhren sie, was Gips von z.B. Porzellanmasse unterscheidet und wie die Tassen beim Gießen eigentlich hohl werden.
Experimente rund ums Licht gab es im Workshop "Faszination Licht". Wie breitet sich Licht aus? Woher kommen die Farben des Regenbogens? Und warum funktioniert Spiegelschrift? In vielen kleinen Versuchen konnten die Mädchen selbst die Antworten auf diese Fragen herausfinden.
"Test yourself" hieß das Motto in diesem Workshop. In drei verschiedenen Tests, die teilweise online durchgeführt wurden, hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich selbst mit ihren Stärken und Interessen besser kennen zu lernen und dazu passende mögliche Berufe zu finden.
"Die Welt vermessen" wurde im gleichnamigen Workshop natürlich nicht gleich. Die Mädchen lernten aber verschiedene Methoden der Vermessungstechnik kennen, die auch für die Erstellung von Plänen und Karten verwendet werden. Da musste genau gearbeitet und auch etwas gerechnet werden.
Im Workshop "Turmbau zu Babel" sollte - nur aus Papier und Tesafilm - ein möglichst hoher Turm konstruiert werden, der auch stehen bleibt, wenn er von einem Fön angeblasen wird. Verschieden Konstruktionsarten wurden da ausprobiert - vom Massivbau bis zur filligranen Säulenkonstruktion.
Wie will ich später mal arbeiten? Im Büro, an der frischen Luft, mit viel Kontakt zu Menschen? Gibt es einen Traumberuf, der zu mir passt? Im Workshop "Traumberufe - Berufsträume" wurde keine Berufsberatung gemacht, aber diesen Fragen ein wenig auf den Grund gegangen. Nicht nur die momentanen Chancen wahrnehmen, sondern auch die Träume sowie einen Blick für die eigenen Stärken bekommen - das war neben ein paar konkreten Berufsvorschlägen wichtige Hinweise für die Berufsorientierung.
Im Workshop "Heiß und kalt" wurden in einzelnen Experimenten zunächst Phänomene der Wärmeausbreitung und -leitfähigkeit ebenso erforscht wie verschiedene Messmethoden zur Temperaturbestimmung. Mit einer Wärmekamera, die sonst zur Messung an Gebäuden eingesetzt wird, konnten Temperaturunterschiede und -verläufe dann außerdem sichtbar gemacht werden.
Nach drei ereignisreichen Tagen wurden in der Abschlusspräsentation am Mittwoch dann den eingeladenen Eltern die Ergebnisse der vorausgegangenen Workshops vorgestellt und anhand von Fotos über das Erlebte berichtet.
"MUT - Mädchen und Technik" bedankt sich ganz herzlich:
- bei den Teilnehmerinnen für die Motivation und das Durchhaltevermögen
- bei allen Referentinnen und Referenten, den Professoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Hochschule Coburg für ihr Engagement.
"MUT - Mädchen und Technik" ist eine oberfrankenweite Initiative der Hochschule Coburg.










































