"Technik natürlich...!" in Coburg
In den Pfingstferien 2009 fand vom 08.-10. Juni wieder die Ferienaktion "Technik natürlich...!" für Mädchen von 15 bis 19 Jahren statt.
Die Teilnehmerinnen hatten dabei Gelegenheit, nicht nur die Studienmöglichkeiten der Hochschule Coburg, sondern auch den Berufsalltag von Ingenieurinnen und Technikerinnen im Unternehmen praktisch kennen zu lernen. 18 Mädchen nutzten diese Gelegenheit und nahmen an der dreitägigen Aktion der Hochschule Coburg teil.
Am Hochschultag gab es in spannenden Workshops Einblicke in die Ingenieurstudiengänge der Hochschule Coburg:
Inhalte aus dem Studiengang Maschinenbau konnten die Mädchen im Workshop "Gestalten in 3D" erleben. Wie können reale Modelle in PC-Daten umgewandelt und bearbeitet werden? Wie wird daraus ein Prototyp für die weitere Entwicklung?
Mit dem Verfahren des Rapid Prototyping lassen sich in kleinen Stückzahlen Prototypen fertigen. Dazu werden zunächst mittels fotografischem (d.h. berührungsfreiem) Verfahren digitale Daten eines Modells oder Gegenstandes erfasst. Nach der eventuellen Bearbeitung erzeugen z.B. eine CNC-Maschine oder ein 3D-Drucker die fertigen Prototypen - ein anspruchsvolles Verfahren mit vielen Einsatzmöglichkeiten.
Eine praktische Übung aus dem Studiengang Elektrotechnik hielt der Workshop "Talklight" bereit. Nach einem vorbereiteten Schaltplan erstellten die Teilnehmerinnen die Schaltung für ein so genanntes "Brüllometer". Dieses reagiert auf Geräusche in seiner Umgebung und kann anhand einer LED-Skala z.B. die Lautstärke anzeigen, aber auch verschiedene andere Programme ausführen.
Der Computer ist ein nützliches Werkzeug in allen technischen Berufen, doch im Workshop "Mit Bits und Bytes" ging es darum, Grundzüge des Programmierens, wie sie z.B. die Informatikerin beherrschen muss, kennen zu lernen.
Mit Hilfe von Lego-Robotern lassen sich einfache Befehle und deren Auswirkung gut veranschaulichen, sodass mit einiger Übung auch komplexe Aufgaben gelöst werden können.
Parallel dazu fand der Workshop "Künstliche Sinne" statt, der Einblick in praktische Inhalte und Anwendungen des Studiengangs Physikalische Technik gab: Sensoren sind Augen und Ohren von z.B. Maschinen. Sie ersetzen die menschliche Wahrnehmung nicht vollständig, können aber dafür auch Messungen vornehmen, zu denen der Mensch nicht fähig ist, z.B. die pH-Wert-Messung.
Die Teilnehmerinnen nahmen selbst verschiedene Messungen vor und verglichen die Genauigkeit der Wahrnehmung mit ihrer eigenen menschlichen.
Natürlich war am Abend auch Zeit für Entspannung und gemeinsame Unternehmungen.
Den ersten Abend verbrachten die Teilnehmerinnen mit ihren Betreuerinnen zunächst beim Essen auf der Terrasse des Coburger Kinos und dann in der Volkssternwarte im vhs-Haus.
Am Berufetag öffneten Coburger Unternehmen ihre Türen und zeigten, wie Technik den Alltag gestaltet:
Bei der Firma Ros GmbH & Co KG hieß das Motto "Präzision in Kunststoff". In Kleingruppen konnten die Mädchen jeweils einen Bereich der Ingenieurinnen-Tätigkeit kennen lernen: Konstruktion, Qualitätssicherung oder Projektmanagement.
Die Mädchen erhielten jeweils Einblick in die Arbeitsweise der jeweiligen Abteilung und konnten kleine Aufgaben selbst bearbeiten.
Der zeitgleiche Workshop der Firma Kapp GmbH & Co. KG hieß "Etwas in der Welt bewegen". In der Lehrwerkstatt des Unternehmens bearbeiteten die Teilnehmerinnen, betreut von Auszubildenden, praktische Projekte und bauten einen Briefbeschwerer bzw. einen Elektrotmotor.
Ein Rundgang durch den Betrieb machte nicht nur die Technik hinter den Projekten anschaulicher, sondern ermöglichte auch den Kontakt zu den verschiedenen Tätigkeitsbereichen von Ingenieurinnen.
Der Berufetag fand seinen Abschluss mit dem Workshop "Test yourself", der anhand verschiedener Online-Tests einen Hinweis für die künftige Berufswahl lieferte. Die Teilnehmerinnen bekamen Rückmeldungen zu Talenten und Stärken sowie erste Vorschläge zu passenden Berufsbildern und konnten diese Rückmeldungen mit ihren eigenen Einschätzungen und Vorstellungen abgleichen.
Sein Ende fand dieser interssante und anstrengende Tag bei einem gemeinsamen Abendessen und Bowling.
Der Aktivtag fand auf dem Ropes Course am Jugendhaus Neukirchen statt. Zwei erfahrene Trainerinnen leiteten die Übungen unter dem Motto "Stark und sicher" an. Nur gemeinsam und in guter Zusammenarbeit waren die einzelnen Aufgaben zu bewältigen, aber auch eine gehörige Portion Zutrauen und Mut sowie Kreativität waren gefragt.
Auch ein sintflutartiger Regenschauer, der leider die hohen Elemente durchnässte, sodass diese nicht mehr möglich waren, konnte die Motivation der Teilnehmerinnen nicht dämpfen.
Den Abschluss der Aktion bildete die gemeinsame Abschlussveranstaltung, zu der auch Eltern, Freundinnen und Vertreter/innen der Presse eingeladen waren. Jede Teilnehmerin schilderte anhand eines Workshops ihren Eindruck, sodass die Gäste einen guten Überblick bekamen, was die Mädchen in drei Tagen "Technik natürlich...!" erlebt hatten.
"MUT - Mädchen und Technik" bedankt sich ganz herzlich:
- bei den Referentinnen und Referenten für die fachliche und persönliche Betreuung
- bei den beteiligten Unternehmen für das Engagement und die Unterstützung der Aktion
- bei allen Teilnehmerinnen für die Motivation und die gemeinsame Zeit
- bei den Eltern für ihr Interesse an der Abschlussveranstaltung
- bei den Medien für die Berichterstattung.
"Technik natürlich...!" wird es auch in den nächsten Pfingstferien wieder geben. Infos dazu gibt es rechtzeitig auf dieser Website.
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"MUT - Mädchen und Technik" ist eine oberfrankenweite Initiative der Hochschule Coburg.





















